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Autor:

Dr. med.

Bruno A. Wegerich

 

Er ist Arzt für Kinder- und Jugendmedizin, verheiratet und Vater von zwei Kindern

 

 

 

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Erkältungskrankheiten bei Kindern – Zuhause und unterwegs

Schnupfennasen im Herbst und Winter

 

Unter einer Erkältung versteht man eine akute Infektion der Schleimhäute im Bereich der oberen Atemwege. Betroffen sind vor allem Nase, Rachen und Luftröhre, ab einem Alter von 6 Jahren unter Umständen in gewissem Umfang auch die Nebenhöhlen.

 

Erreger sind fast ausschließlich Viren, selten Bakterien. Es sind über 200 Erkältungsviren bekannt, was erklärt, warum Menschen hiervon so oft infiziert werden. Eine „Erkältung“ ist ursächlich nicht unbedingt an Kälte gebunden, jedoch ist die Virusdichte in der kälteren Jahreszeit am höchsten. Letztendlich können aber auch alle Zustände, die lediglich eine Austrocknung der Schleimhäute bewirken (Klimaanlage, beispielsweise auch im Flugzeug), Wind und natürlich auch die Luftverschmutzung einer Großstadt die Wegbereiter für das Eindringen von Viren in die Schleimhäute sein. Viruskontakt alleine reicht nicht, sonst wären wir aufgrund der weiten Verbreitung von Erkältungsviren wohl ständig krank.

 

Häufigkeit

Für Erwachsene sind zwei bis vier, für Kinder eher sechs bis acht Erkältungen im Jahr als normal anzusehen. Krippen- und Kindergartenkinder sind - gerade anfangs - meist noch häufiger betroffen. Manchmal geht dabei eine Erkältung in die nächste über.

 

Übertragungswege

Sowohl Kontaktinfektionen (Händeschütteln, viele Menschen in einem Raum) als auch eine Übertragung durch die Luft sind möglich.

 

Symptome

Meist beginnen Erkältungskrankheiten mit unterschiedlich starken Halsschmerzen, gefolgt von Schnupfen und im weiteren Husten, jeweils in unterschiedlicher Ausprägung. Allgemeinsymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schwächegefühl sind - auch schon bei kleinen Kindern - möglich, allgemein aber viel häufiger bei echten Grippeinfektionen anzutreffen. Je jünger das Kind, desto häufiger verläuft die Erkältung fieberhaft, meist über drei bis fünf Tage. Der Fieberzustand und das Krankheitsgefühl wechseln sich dabei ein- bis mehrmals am Tag mit Phasen relativen Wohlbefindens ab. Von dem Zeitpunkt der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen meist 2 bis 8 Tage.

 

Komplikationen

Im Kindesalter sind im Verlauf einer Erkältung Mittelohrentzündungen, Bronchitiden und Lungenentzündungen unterschiedlichen Schweregrades möglich, seltener auch echte Halsentzündungen. Bakterien sind selten für diese Komplikationen verantwortlich, so dass ein Antibiotikum ebenfalls viel seltener notwendig ist als allgemein angenommen.

 

Diagnose

Die Diagnose wird durch die äußerlich wahrnehmbaren Symptome gestellt, andere Untersuchungen und Tests sind meist nicht nötig.

 

Vorbeugung

Maßnahmen zur Risikoverminderung für eine Ansteckung mit Erkältungsviren bestehen nicht aus übermäßiger Vitamingabe oder Verabreichung von Präparaten zur Stärkung der Immunabwehr. Die Wahl witterungsangepasster Kleidung und ausgewogener Ernährung unter Verwendung von möglichst wenig industriell vorverarbeiteten Zutaten macht mehr Sinn. Weiterhin kann man versuchen, während Zeiten, in denen viele Menschen erkältet sind, Orte mit großen Menschenansammlungen zu vermeiden - je jünger die Kinder sind umso eher. Ebenfalls kann man das häusliche Klima überprüfen, gerade in hochgedämmten Wohnungen und Häusern ist die Luftfeuchtigkeit oft zu gering und belastet die Schleimhäute.

 

Therapie

Reizlindernde oder schleimlösende Substanzen wie Fenchel, Anis, Thymian, Kamille und Efeupräparate oder Teemischungen können lindernd wirken. Auch Hühnersuppe kann nachgewiesenermaßen erfolgreich zur Schleimverflüssigung eingesetzt werden. Ebenso möglich ist eine Dampfinhalation mit Inhalator oder heißem Wasser unter Zugabe von zum Beispiel Salz. Wichtig ist bei allen Anwendungen mit Wärme, dass Kinderhaut dünner ist als die von Erwachsenen, und das Risiko einer Verbrühung somit deutlich erhöht ist. Medikamente gegen Fieber, Nasentropfen, unter Umständen Präparate mit ätherischen Ölen (Vorsicht bei Babys!) und/oder ein hustendämpfender Saft für die Nacht, rezeptiert vom Kinderarzt, ergänzen die Palette.

 

Ein richtiger Umgang

Sinnvoll für Eltern ist ein eher gelassener Umgang mit einer Erkältung bei ihren Kindern. „Passen“ tut eine noch so harmlose Erkrankung natürlich nie, aber zu gewissen Zeiten sind eine oder mehrere aufeinander folgende Erkältungen der „Normalfall“. Mit obigen (Haus)mitteln sind Sie Zuhause, aber auch auf Reisen in den allermeisten Fällen vollkommen ausreichend gerüstet. Bei Kindern mit regelmäßig auftretenden Komplikationen im Rahmen von Erkältungen ist ein rechtzeitiges Gespräch beim Kinderarzt zur Festlegung einer individuellen Vorgehensweise sinnvoll.

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