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Autorin:

Sabine Haupt

 

Sie ist Heilpraktikerin für

Psychotherapie, Kinder- und Jugendcoach

und hat einen erwachsenen Sohn.

 

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Das kostenlose Familienmagazin für Hanau, Gelnhausen und Umgebung

 

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Sabine Haupt fragt Paul

„Ich möchte überall so sein können,

wie ich wirklich bin“

 

Paul ist 12 Jahre alt, hochsensibel und hat eine intensivere Wahrnehmung und Verarbeitung von äußeren und inneren Reizen als viele andere Menschen. Dazu kommt, dass Paul extrem emphatisch ist, wofür er auch als hochsensitiv bezeichnet werden kann. Sabine Haupt war mit ihm im Gespräch:

 

Sabine: Paul, welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit du dich bei Freunden zuhause wohlfühlen kannst?

Paul: Ich möchte gerne die Regeln der Gastfamilie kennen, denn ich möchte nichts falsch machen. Außerdem ist es mir sehr wichtig, dass ich überall sagen darf, was ich möchte!

Ich möchte höflich, aber normal behandelt werden - dann kann ich mich in der fremden Umgebung wohler fühlen. Dazu hilft es auch, sich nicht permanent beobachtet zu fühlen.

Ich finde es auch gut, wenn Pläne für die Zeit des Besuchs abgesprochen und erklärt werden. Schön ist es für mich auch, wenn es einen Rückzugsort, wie eine Couch gibt, wo kleine Auszeiten stattfinden können. Hier können sich die Energien wieder einpendeln.

 

Sabine: Du hast auch hochsensible Freunde. Wie sieht es aus, wenn diese dich besuchen?

Paul: Auch hier gibt es feste Regeln. Wenn ich feststelle, dass mein Freund abgelenkt ist, während ich etwas erkläre oder erzähle, dann stoppe ich und frage nach, ob alles in Ordnung ist. Merke ich, dass mein Besuch zu ruhig oder zu wild wird, machen wir einfach eine Pause. Trinken und ausruhen, eventuell ein Hörspiel anschalten, das hilft. Sollte ein Freund nach Hause wollen, ist meine Mutter zur Stelle und fragt nach.

 

Sabine: „Wieso“ ist dann sicher eine sehr gute Frage, denn so kann sich der hochsensible Besuch äußern und in vielen Fällen das Problem durch gezieltes Handeln beseitigt werden.

Paul: Ja, genau.

 

Sabine: Du weißt mit deiner Hochsensibilität umzugehen. Gibt es dennoch große Herausforderungen für dich?

Paul: Ja, das Übernachten bei Freunden. Gerade abends, wenn sich alle Ereignisse des Tages in meinem Gehirn versammeln, um verarbeitet zu werden, kann die fremde Umgebung beim Einschlafen hinderlich sein und bei mir für Unwohlsein sorgen.

 

Sabine: Vielen Dank Paul für den kleinen Einblick in deinen Alltag.

 

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